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GSI - Spezialeinheit Göteborg - Staffel 2
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-> Weißes Gold Eine pakistanische Drogenbande treibt in Deutschland und Schweden ihr Unwesen. Die Dealer mischen in Deutschland das tödliche "weiße Gold", das überall in Europa verkauft wird. Gemeinsam mit deutschen Kollegen versuchen Johan Falk und Patrik Agrell vom GSI-Team aus Göteborg der Bande das Handwerk zu legen. Schon bald kommen die Polizeiteams dahinter, dass der Drahtzieher Vijay Khan ist, Chef der pakistanischen Organisationen in Europa. Während einer gemeinsamen Observation erhält Paul Straub, der Leiter des Drogendezernates in Berlin, einen heißen Tipp: Ein Drogenkurier ist mit der Killerdroge im Gepäck auf dem Weg von Berlin nach Göteborg. Patrik instruiert seine Kollegen Sophie Nordh, Niklas Saxlid und Vidar Pettersson den Kurier am Göteborger Busbahnhof abzufangen. Doch der vermeintlich Verdächtige entpuppt sich als Gast-Professor auf dem Weg in seine Vorlesung. Eine heiße Spur führt die Fahnder dank der Fähigkeiten von Matte, dem Techniker des GSI-Teams, zu Ali Mahmoud Hansson, dessen Mutter ein kleines Häuschen an einem See in der Nähe Göteborgs besitzt. In diesem See werden kurze Zeit später zwei Leichen gefunden: Die junge Schwedin Lovisar, der Drogenkurier aus Berlin, und ein junger Mann namens Kevin Lindell. Johan Falk, in der Zwischenzeit zurückgekehrt aus Berlin, ahnt, dass dieser Fall persönlich wird, denn bei dem Toten handelt es sich um den Bruder von Marie, Frank Wagners Ex-Freundin. Der Informant der GSI hat sich zurückgezogen und betreibt ein neues Restaurant in Göteborg. Auf Bitten von Marie, die sich Sorgen um Kevin macht, sucht Frank den pakistanischen Besitzer eines illegalen Spielclubs auf, Avram Khan, dem sein Schwager Geld geschuldet hat. Falk bittet Frank für eine einzige Aktion zurückzukehren: Er soll ein Schein-Drogengeschäft mit den Pakistanern abwickeln, von denen die GSI überzeugt ist, dass sie mit Vijay Khan kooperieren. Im Gegenzug bittet Frank Johan, ihm im Fall des vermissten Kevin weiterzuhelfen. Schon bald findet die GSI heraus, wer für den Mord an Lovisa und Kevin verantwortlich ist, doch Falk hält die Information zurück, um Frank keine Möglichkeit auf einen persönlichen Rachefeldzug zu geben. Die Operation, die das GSI-Team einfädelt, soll auf der Kiel-Göteborg-Fähre stattfinden. Als jedoch an oberster Stelle im Polizeiapparat entschieden wird, dass die GSI mit dem Drogendezernat und der Abteilung SU für schwere und organisierte Kriminalität zusammenarbeiten soll, kommen die Drogenfahnder Frank Wagner und seinen kleinkriminellen Helfershelfern beim Deal auf der Fähre in die Quere...-> Rache der Löwen:Auf dem Schlossplatz in Göteborg kommt es an einem strahlenden Sommertag zu einer brutalen Schießerei zwischen Afrikanern und Albanern. Durch einen Querschläger wird die fünfjährige Sissa tödlich verletzt. Ihr Vater, der rechtsradikale Dan Hammar, Führer der "Legion Gothia", schwört Rache. Johan Falk von der GSI Göteborg versucht Hintergrundinformationen von Frank Wagner zu bekommen. Doch der ist aus der kriminellen Rydellbande ausgestiegen und auf dem Weg nach Frankreich, um sein neues Leben zu organisieren. Felix, der jüngere der Rydell-Brüder, ist über Franks Ausstieg nicht unglücklich. Doch sein Bruder Seth, der noch immer seine Haftstrafe verbüßen muss, nach einer Zeugenaussage bei Gericht aber fliehen kann, sieht das anders.Dan Hammar peitscht seine rechtsradikale Organisation auf, denn er will Jagd auf Ike Zabangida machen, dem der brutale Übergriff der Albaner im Park gegolten hat. In seinen Augen ist der Mann für den Tod seiner Tochter verantwortlich. Um an Waffen zu kommen, nimmt Hammar mit Felix Rydell Kontakt auf, den er durch einen gemeinsamen Gefängnisaufenthalt kennt. Man einigt sich schnell auf eine Zusammenarbeit der Rydell-Bande und der "Legion Gothia". Bei dem Übergriff der Radikalen auf Ike Zabangida, von dem die GSI erfährt, gerät das Gothia-Mitglied Valter in Johan Falks Fänge. Falk erpresst den jungen Mann, für die GSI zu arbeiten. Valter wird mit GPS und Ohrchip ausgestattet und führt das Team um Patrik Agrell in eine Göteborger Hotelgarage, in der die Waffenübergabe stattfinden soll. Seth Rydell ist mit der Entscheidung seines Bruders, an die Rechten zu verkaufen, nicht einverstanden. Bei der Übergabe kommt es daher zu unerwarteten Verzögerungen, die Valter so nervös machen, dass sein GPS entdeckt wird. Hammar erschießt den "Volksverräter" in seinen eigenen Reihen. Gleichzeitig tauchen Mitglieder der Zabangida-Bande auf der Straße vor dem Hotel auf und werden von der GSI festgenommen. Daraufhin kommt es in der Tiefgarage zu einem wilden Showdown zwischen den Kriminellen und der Polizei, bei der unter anderem auch Seth Rydell festgenommen wird. Sophie Nordh von der GSI bietet dem Anführer der Rydell-Gang an, für sie als Informant zu arbeiten und sich damit weitere Haftjahre zu ersparen. Doch anders als Frank Wagner ist Seth Rydell ein gefährlicher und schwer zu durchschauender Psychopath... -> Ein perfekter Plan:In Göteborg wird ein Geldtransport überfallen, bei dem die Täter einen Störsender benutzen. Die Wachleute des Transporters haben keine Möglichkeit, bei ihrer Zentrale Alarm zu schlagen und die Diebe entkommen mit dem Geld. Während die Göteborger Polizei mit ihren Ermittlungen beginnt, stellt das Team der GSI eigene Nachforschungen an. Die Spur führt zu einer Gruppe schwedischer Exoffiziere, die längere Zeit in Afghanistan stationiert waren. Einer von ihnen, ein gewisser Göran Svensson, hat eine längere Haftstrafe abgesessen, weil man bei ihm Antennen eines Störsenders gefunden hatte, der dem schwedischen Militär gestohlen wurde. Bei ihren Observationen findet die GSI heraus, dass Waffen und vermutlich das Geld des letzten Raubüberfalls in der Wohnung des Offiziers Larsson deponiert sind. Als dieser für kurze Zeit das Haus verlässt, verschaffen sich Johan Falk und Sophie Nordh Zutritt zum Dachboden und manipulieren die Wasserrohre, so dass es zu einem Wasserschaden in Larssons Wohnung kommt. Die Polizeikollegen, die wenig später zu dem Schaden gerufen werden, finden schließlich das Diebesgut. Die GSI nimmt den Exoffizier fest, doch der redet nicht. Sophie hängt sich unterdessen an Seth Rydell, der aus dem Gefängnis entlassen wurde und Svensson und seine Kumpane mit Waffen versorgt. Sie stattet dem Exhäftling einen Besuch ab und übt Druck auf ihn aus: Sie will, dass Seth als ihr Informant für die GSI arbeitet. Der Plan ist, dass sich Seth den Offizieren anschließen und herausfinden soll, was deren nächster Coup ist. Svensson und seine Komplizen Lundström und Elomaa ahnen nicht, dass sie von der GSI observiert werden und Seth ein doppeltes Spiel treibt. Der perfekte Plan, auf den sie von Anfang an hingearbeitet haben, ist der Raubüberfall auf einen Geldtransport der Reichsbank im Lundbytunnel. Seth informiert Sophie, dass ein Probelauf durchgeführt werden soll. Patrik Agrell und sein Team um Niklas, Vidar und Johan beziehen Stellung an der westlichen und östlichen Tunnelmündung. Doch dann stellt sich der sogenannte Probelauf als tödlicher Ernst heraus ...-> Gegen die Zeit:Nina, Johan Falks Stieftochter, wird entführt, als sie sich mit Örjan, ihrem leiblichen Vater, in dessen Haus aufhält. Die Entführer, die Esten Kaie Saar und Stefano Heldna, wollen endlich ihr Geld von Örjan, der ihre illegalen Bauarbeiter aus Estland auf seiner Baustelle beschäftigt. Gegenüber seiner Exfrau Helén und Johan verschweigt Örjan zunächst die Umstände der Entführung. Er behauptet einfach, nicht zu wissen, wo Nina steckt. Doch Johan ahnt intuitiv, dass der zwielichtige Bauunternehmer etwas verheimlicht und beobachtet ihn. Als Helén feststellt, dass ihr Exmann sogar ihre Kreditkarte geklaut hat, um sich illegal Geld von ihrem Konto zu beschaffen, lässt Johan Örjan von Peter Kroon verhören. Auch seinen Chef Patrik Agrell bittet er um Mithilfe.Auf der Suche nach Nina stößt die GSI daraufhin auf die estnische Verbrechergang. Schnell steht fest, dass die Arbeiten auf den schwedischen Baustellen nur als Vorwand dienen, um Drogen und Amphetamine von Estland nach Schweden zu schmuggeln. Dies geschieht über gestohlene Mietwagen eines schwedischen Autoverleihs in der Hand eines gewissen Madis Mägi, die alle in Estland wieder auftauchen und über die Stockholmfähren zurück ins Land gebracht werden. Obwohl sogar schon Drogenhunde auf den Fähren angeschlagen haben, ist es der Polizei bisher nicht gelungen zu beweisen, dass in den Wagen tatsächlich illegale Substanzen transportiert werden. Während die GSI sich an die Fersen der Drogenmafia heftet, dessen Kopf Zanko Zajkov auf dem Weg nach Göteborg ist, um seine Unterhändler über die neueste Order aus Estland zu informieren, macht sich Falk im Alleingang auf die Suche nach seiner Stieftochter. In der ehemaligen KGB-Agentin Kaie Saar hat er eine erbitterte Gegnerin im Wettlauf gegen die Zeit um Ninas Leben. GSI-Ermittlerin Sophie Nordh holt sich bei ihrem Informanten Seth Rydell Informationen über den estnischen Drogenschmuggel und die Köpfe der Gang. Doch dieser liefert nur gegen einen Deal: Sophie soll ihm Hintergründe zu einem in der Gegend lebenden dänischen Pädophilen liefern, der wieder auf freiem Fuß ist. Gegenüber der Ermittlerin behauptet Seth, sich wegen eines geplanten Umzugs um seine fünfjährige Tochter Sorgen zu machen. Was Sophie nicht ahnt ist, dass eine Motorradgang ein Kopfgeld ausgesetzt hat für Informationen über den ehemaligen Häftling. Dann erfährt Sophie von ihrem Kollegen Niklas, dass der Däne getötet wurde... -> Frage des Gewissens:In Göteborg häufen sich Raubüberfälle auf Wachleute, die Geldkoffer transportieren: Die Täter gehen immer nach demselben Schema vor. Die Videoaufnahmen der Überwachungskameras machen Johan Falk und seine Kollegen von der GSI stutzig. Handelt es sich um Amateure? Die GSI stößt bei ihren Ermittlungen daraufhin auf eine Gruppe von Minderjährigen, die von dem Finnen Heikki Nieminen geleitet wird. Der verkauft das Konzept der Raubüberfälle an Kleinganoven, kassiert hohe Prämiengelder und setzt die jungen Männer mit Strafgeldern unter Druck, falls bei den Überfällen etwas schief geht. Ricky Morén, der den letzten Raubüberfall durchgeführt hat, wendet sich in seiner Not an einen alten Freund seines Vaters aus dem Gefängnis, Viktor Eriksen, Mitglied der Rydellbande: Er soll das gestohlene Geld ein bis zwei Tage zwischenlagern, denn es ist durch detonierte Farbampullen verunreinigt und muss gewaschen werden. Außerdem haben er und seine Komplizen bei der Flucht einen Fußgänger überfahren, der sich den Räubern in den Weg gestellt hatte. Ricky muss also untertauchen und einen Geldwäscher finden. Nieminen zeigt sich ihm gegenüber von seiner brutalen Seite und setzt den Jungen unter Druck. Seth Rydell, der als Informant für die GSI-Ermittlerin Sophie Nordh arbeitet, versorgt sie mit allen nötigen Infos, um den Dieben das Handwerk zu legen. Doch Ricky schafft es, die Polizei abzuschütteln. Inzwischen hat er den 15jährigen Simon Johansson gebeten, die Scheine zu waschen, denn er und sein Stiefvater Bosse sind darauf spezialisiert. Als Sophie von Seth die Namen der Geldwäscher erfährt, plant die GSI, den jungen Simon anzuwerben. Vidar, der das jüngste Mitglied im Team ist und mit den speziellen Methoden der GSI noch am wenigsten Erfahrung hat, findet es falsch, den Minderjährigen einer solch gefährlichen Aufgabe auszusetzen, doch Patrik, Johan und Sophie entscheiden anders. Sie planen, Ricky zu verfolgen, sobald dieser das Geld wieder an sich nimmt, denn sie ahnen, dass der Kleinkriminelle sich sofort auf den Weg zum Drahtzieher Nieminen machen wird. Doch alles läuft aus dem Ruder: Heikkis Leute erschießen Ricky, die GSI muss früher eingreifen und der Finne, der dem Tumult entkommen kann, will sich bei Seth Rydell den Prämienanteil des Geldes zurückholen, den dieser nicht bereit war herauszurücken. Es kommt zu einem tödlichen Showdown ... -> Unter Beschuss:Frank Wagner und seine Freundin Marie werden mitten in der Nacht durch Geräusche an der Tür geweckt: Maskierte Männer dringen gewaltsam in ihre Wohnung ein. Frank erschießt einen der Männer und es gelingt ihm und seiner Familie in letzter Sekunde zu fliehen. Doch wohin - ohne Kleidung, mitten in der Nacht? In seiner Not wendet er sich an Johan Falk, nicht ahnend, dass dieser aufgrund der Vorkommnisse mit einem minderjährigen Informanten seine Kündigung eingereicht hat. Falk organisiert mit Patrik Agrells Hilfe die Unterbringung von Frank und seiner Familie in einem Motel außerhalb der Stadt. Dort findet ein Treffen mit Eva Ståhlgren von der Landeskriminalpolizei und einer Mitarbeiterin des Personenschutzes statt. Die einzige Möglichkeit, Frank, Marie und den gemeinsamen Sohn Calle aus der Schusslinie zu nehmen, ist ihre Teilnahme am Personenschutzprogramm, andernfalls müsste er wegen Mordes ins Gefängnis. Frank empfindet die Einschränkungen des Programms als absolute Entmündigung und flieht. Er will eine andere Lösung finden. Wie sich herausstellt, ist Franks Tarnung endgültig aufgeflogen. Die Russenmafia Karayan, unter der Leitung von Andrei Dudajev, ist dahinter gekommen, dass er unter dem Codenamen "Lisa" für die GSI arbeitet. Dudajevs Bruder Alex, mit dem Frank im Auftrag der GSI Geschäfte gemacht hatte, wurde drei Jahre zuvor von der Polizei erschossen und Andrei sinnt nun auf Rache. Dudajev stattet auf der Suche nach Wagner dessen ehemaligem Gangchef Seth Rydell einen Besuch ab. Dieser ist nach dem Tod seines Bruders Felix emotional angeschlagen. Der Russe fordert ihn auf, Göteborgs kriminelle Halbwelt darüber zu informieren, dass Frank Wagner ein Spitzel ist und ein Kopfgeld auf ihn auszusetzen. Seth verlangt von Dudajev Beweise und erfährt, dass es Berichte gibt, in denen die von den Ermittlern verwendeten Codenamen erwähnt werden. Aus Angst, auch enttarnt zu werden, wendet er sich an GSI-Ermittlerin Sophie Nordh und verlangt von ihr, dass sie seine Berichte vernichtet. Kurze Zeit später wird Sophie vor den Augen ihrer Töchter und ihres Ex-Mannes Roger angeschossen und schwer verletzt. Frank, der immer noch auf der Flucht ist, hat jetzt nicht nur die Russen im Nacken, sondern auch Seth und sämtliche Verbrecher Göteborgs. Zudem hat die Polizei eine Großfahndung auf ihn angesetzt. Johan Falk, der sich mitschuldig fühlt an Franks Misere, versucht mit Hilfe seiner Kollegen Patrik, Vidar und Niklas die Russen aufzuspüren und herauszufinden, wie die streng geheimen Informationen nach außen gelangen konnten ...

Anbieter: buecher
Stand: 12.08.2020
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Brückenschlag. Zeitschrift für Sozialpsychiatri...
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Dieser Titel erscheint im Paranus Verlag der Brücke Neumünster.„Ja, wo leben wir denn?“ Dieser mitunter gereizte Ausruf kennzeichnet eine Zeit der politischen Skandale und zunehmend empfundenen individuellen Ohnmacht. Eine Zeit der Aktienmanie und der immer länger werdenden Staus. Der piependen Handys und Werbespots für Telefon-Sex.Ja, wo leben wir denn?Der neue Brückenschlag nimmt diese Frage wörtlich: „Wo leben wir denn eigentlich?“ Mit der Betonung auf Wo und leben?Und – angesichts vier Millionen Arbeitslosen: Wo lebt man, wenn man seine Arbeit und in der Folge Identität, Freunde und Wohnung verloren hat? Immer mehr finden sich buchstäblich auf der Straße wieder.Der Brückenschlag geht diesmal „raus“! Mit Beiträgen, die eben dieses Leben auf der Straße suchen und beschreiben – in Gedichten, Geschichten, Bildern und Analysen.Manche führen ihren Hund dort „Gassi“, manche leben hier in Computerkartons, weil sie sich verfolgt fühlen und nicht sicher in irgendeinem Krankenhaus. Manche flanieren über die Shopping-Boulevards, andere versuchen in „Haste ma ne Mark“-Rationen an dem sich immer mehr aufteilenden Reichtum teilzuhaben.In früherer Zeit gab es offenbar noch „das richtige Leben“ auf der Straße, heute tritt das Internet an, dieses zu ersetzen, und das Online-Shopping ermöglicht die totale Abstinenz jeglicher sozialer Kontakte. „Erfahren“ wir noch die wirkliche Straße oder rasen wir einsam über die Internet-Autobahn?Schöne neue Welt? Was ist mit denen, die heute nicht mehr „mitkommen“ und auf der Straße leben – obdachlos, arm und häufig süchtig oder psychisch krank? Die Kluft des „Bin ich schon drin, oder was?“ und denen, die „draußen“ bleiben müssen, wird immer tiefer.Der neue „Brückenschlag“ versucht den Spagat und begrüßt neben vielen langjährigen AutorInnen auch wiederum zahlreiche neue. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung bei Entstehung und Verbreitung!InhaltsverzeichnisBerichte · Aufsätze · StellungnahmenJürgen Blume: Gregor Gog und 'Der Kunde'. 12Karl Willmanns: Zur Psychopathologie des Landstreichers. 19Hannes Kiebel: Das Obdach los sein. 29Heinrich Detering: Dämmerungsgloriolen. 51Gerda Brömel: Der Weg nach Hause. 58Hans-Ludwig Siemen Dort, wo früher die Straße endete, … begann die Anstalt. 65Klaus Leferink: Globalisierung in der Provinz – Überlegungen zur Mobilität des Irrens. 71Ulrich Schneider: Armut und Ungleichheit in Deutschland. 83Uwe Britten: Abgehauen – Wie Deutschlands Straßenkinder leben. 87Lee Stringer: Grand Central Winter – New York – ganz unten. 93Henrik Bork: Ein Tag im Leben des Shigeru Maruko. 101Ulrich Hermannes: Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt. 109Thomas Lindenberger: Das Recht auf die Straße. 111Angela Stroppe: Zur Geschichte der Straßenzeitungen in Deutschland. 119Zeitdruck: Straßenmagazin von jungen Ein- und Aussteigern. 125Ulla Schmalz: 'Ein Löffel voll Tat …' Hotel Plus – ein Hotel für obdachlose psychisch kranke Menschen. 133Henry Zilt: Von der Idee zur Wolgaster Tafel. 138Die Mission e.V. – Künstlerische Maßnahmen gegen die Kälte. 142Fredi Badenheuer: Die Stadt als Beute. 158Georg Grafetstätter 'In jedem Haushalt ein Aurel'. 191Heinrich Kupffer: 'Am Abend schätzt man erst das Haus'. 195Gedichte · Bilder · TexteJohannes Benk: 'Guter Rabend'. 18Adolphe Lechtenbeg: 'Leben auf der Straße'. 28George Orwell: Hunger, Zärtlichkeit und Sexualität, Tatenlosigkeit. 40Zip: 'Nach dem Tanz'. 43Bertolt Brecht: Das Nachtlager. 44Bärbel Reetz: wanderungen ohne robert w. 45Johannes Benk: 'Erinnerung an Schweden'. 50Peter Kammel: Bilder. 64Michael Laetzsch: 'Nachtschicht'. 70Gertrud Auf dem Garten: Aus meinem Tagebuch/Besser/Zivilcourage. 79Vero: Bild. 100Monika Laupus: Stadt der Wohnungslosen. 105Nic Dymond: 'Royal Esplanade'. 168Formvollendete Träume: Die schönsten Himmelbetten. 146/147Gottfried Beer: Der Bauwagen. 148Erwin Heiß: Im Obdachlosen-Heim. 149Martin Stankowski: 'Bettlerbänke'. 154Jürgen Becker: Lackschuhverordnung 12, Abs. 2. 156Christian BOB Born: Cartoons. 157/166Karl Seemann: Rollstuhlfahrer. 161Gabriele Löffler: Stolpersteine. 162Christian Nitsch: Fußgängerzone. 164Christiane Egner: Die Unsichtbaren. 167Gordon Müllenbach: Bild. 168Alfons Satz: Leben auf der Straße. 169Ingrid Weißmann: Johnny. 170Hartmut Selle: Der Tod/das ist/ Auf dem Weg zum Wasser. 172Alfred Wilkens: 'Monster'. 174Lutz Debus: E-mails von Leroy. 175Thomas Bock/Gerd Kemme: 'Pias lebt…gefährlich'. 181Michael Laetzsch: Bild. 190Margrit Fillies: 'Der Weg'. 194Adolphe Lechtenberg: Auf der Straße. 201Jürgen Blume: Molstadt. 206Michèle Olivier: Eis. 209Richard Wolf: Das Mädchen vom Kiez. 212Kurzgeschichten & kurze GeschichtenHartwig Hansen: Von Socken und kalten Füßen. 151Wolfgang Sieg: Liebe Menschen. 217Marina Schnurre: Begegnung. 221Burkhard Blanck: Kalli. 226Ingo-Michael von Groeling: Das Fernrohr. 233Marc Täuber: Alte Geschäftsfreunde. 238Ernst F. Wiedemann: Mensch ärgere dich nicht. 240Buchbesprechungen · AnhangJürgen Blume zu K. Krampitz: 'Affentöter'. 244Hartwig Hansen zu J. Frey: 'Sackgasse Freiheit – Aus dem Leben eines Straßenkindes'. 245Jürgen Blume über das Jahrbuch 2000 der Zeitungen Psychiatrie-Erfahrener: 'Der ver-rückte Pegasus'. 245Irene Stratenwerth zu K. Kempker: 'Mitgift – Notizen vom Verschwinden'. 247Hartwig Hansen zu A. Finzen: 'Psychose und Stigma', zu E. M. Hoch: 'Das Irrenhaus am Lotos-See' und zu U. Bruchmann: 'Das große Rad – Novelle in Briefen'. 248Jürgen Blume zu O. Stern: 'weggeschlossen. Wieviel Wirklichkeit ist erlaubt?' und zu P. Frömming: 'Nimmerda – Eine Kindheit in zwei Teilen'. 250Hartwig Hansen zu G. Rico: 'Von der Seele schreiben' und zu G. Tieger: 'Kreatives Schreiben lernen …'. 253Herzlichen Dank an die Autorinnen und Autoren. 255Schreibaufruf: Brückenschlag Band 18. 261

Anbieter: Dodax
Stand: 12.08.2020
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Das Pfefferschiff Kochbuch
39,50 € *
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Im Restaurant Pfefferschiff in Hallwang wird an Samstagen viermal gekocht. Zweimal für die Gäste und zweimal für die Crew. Patron Klaus Fleischhaker ist der erste, der in der Küche steht. Er hat es nicht weit. Seine Wohnung ist nur ein paar Stufen vom Arbeitsplatz entfernt. Um 8 Uhr früh hackt er Schnittlauch, schneidet Käse, füllt selbst gemachte Marmeladen in kleine Schüsseln und wirft die Kaffeemaschine an. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt nicht die Vorbereitung der Gerichte, sondern das Frühstück für das Team: Eierspeis mit Kräutern, Käse und Schinken vom Bauern sowie Brot vom Bäcker aus Obertrum kommen auf den Tisch – gemeinsame Mahlzeiten sind Fleischhaker wichtig. Szenenwechsel. Vier Stunden später ist das Restaurant bis auf den letzten Platz besetzt. Die Crew steht in der Küche. Der Betrieb läuft auf Hochtouren und Gerichte wie Alpenlachs mit Balsamicomarinade und Selleriecannelloni, Renke mit karamellisiertem Römersalat und Lungauer Eierschwammerln und, Zweierlei vom Reh mit heißem Apfelchutney und Kipferlschmarren verlassen den Pass im Minutentakt. Fleischhaker schwört auf regionale Zutaten von Produzenten, die er persönlich kennt. Schon vor über 20 Jahren, als Küchenchef im Schloss Fuschl, hat Fleischhaker Hummer und Steinbutt von der Karte verbannt und durch Reinanke, Forelle und Saibling ersetzt. „Ich brauche keinen Fisch von anderen Ländern, wenn ich ihn frisch gefangen aus dem See haben kann und ich genier’ mich auch nicht eine Blutwurst auf die Karte zu setzen.“ Seiner Liebe zum heimischen Produkt ist der Spitzenkoch treu geblieben. Er verarbeitet nur beste, saisonale Ware von Weide, Acker, Wald, See und Garten. „Wichtig ist für mich, dass Marillenchutney wie Marillenchutney ausschaut und auch so schmeckt. Ich verzichte auf Schnickschnack und exotische Zutaten.“ Jedes Rezept in Fleischhakers Kochbuch wurde in seinem Restaurant schon einmal serviert – Geheimnisse gibt es nicht. „Kochen muss man sie aber selbst.“ Als Sohn einer Wirtshausfamilie wurde Klaus Fleischhaker der Kochlöffel schon früh in die Hand gedrückt. Ein anderer Beruf als Koch kam für den gebürtigen Waldviertler aus Thaya nie in Frage. Erste Erfahrungen mit der Spitzengastronomie machte er bei der österreichischen Koch-Legende Werner Matt. Danach zog es Fleischhaker ins Grand Hotel in Stockholm und 3 Jahre ins Hotel Steigenberger in Davos in der Schweiz, bevor er sich wieder der heimischen Gastronomie zuwandte. Nach seinem ersten Küchenchef-Posten im Ruster Seehotel bekam er das Angebot, nach Salzburg, genauer ins Schloss Hotel Fuschl zu ziehen. Zur Verfügung standen ihm ein Team aus 25 Köchen und eine internationale Produktvielfalt der Luxusklasse. Fleischhaker entschied sich aber für Regionalität, und das zu einem Zeitpunkt, an dem sie in der Spitzengastronomie noch nicht inflationär war. Ausschlaggebend war ein Seminar beim deutschen Drei-Sterne-Koch Dieter Müller, das Fleischhakers Einkaufsliste von einem Tag auf den anderen änderte. „Müller hatte ein Prachtexemplar einer Seezunge in der Hand: ein Kilogramm schwer, schön, fleischig, 1 A. Ich hätte sie sofort verarbeitet. Dieter Müller aber riecht daran, macht den Mistkübel auf, wirft den Fisch rein und lässt den Deckel zuschnalzen. Für mich war das ein Schlüsselerlebnis. Ich bin ins Restaurant zurückgefahren und habe sofort die Karte umgeschrieben. Kellner, die schon 25 Jahre im Haus gearbeitet haben, konnten nicht glauben, dass ich Hummer und Steinbutt durch Forelle und Saibling ersetze. Wir haben einfach alles auf die Karte geschrieben, was der Fuschlsee hergibt. Die Frische war traumhaft. 30 bis 40 Kilogramm Fisch wurde täglich auf der Terrasse flambiert und über Fenchelholz geräuchert – die Gäste waren begeistert.“ Vier Jahre später machte sich der Spitzenkoch mit seiner Frau und Sommelière Petra selbstständig und übernahm den Salurnerhof in Elsbethen, der innerhalb kürzester Zeit zu den Top-Adressen Salzburgs zählte. 1991 verlagerte Fleischhaker seine Wirkungsstätte aus Platzgründen in den Ort Hallwang in Söllheim, in den sich ein 400 Jahre altes Pfarrhaus neben einer rosaroten Kapelle wie selbstverständlich in die landschaftliche Idylle einbettet. Seine Stammgäste vom Salurnerhof nahm Klaus Fleischhaker mit. „Wir haben am 24. Jänner aufgesperrt und hatten den ersten freien Tisch erst am 12. Oktober “ erzählt Petra Fleischhaker stolz. Nicht nur die Salzburger schätzen die geschmackskonzentrierte, verfeinerte österreichische Küche von Klaus Fleischhaker, auch das internationale Publikum von Berlin bis New York weiß, dass man auch außerhalb der Festspielzeit rechtzeitig reservieren muss. Das liegt an der Küche der Pfefferschiffcrew – die vom Patron und seinem Küchenchef Jürgen Vigne geleitet wird –, dem kompetenten Service, dem gut sortierten Weinkeller und der Ungezwungenheit, die das Vier-Sterne-Haus schon beim Betreten des Restaurants ausstrahlt. Highlights wie Blunzengugelhupf, Rehfilet im Kakaomantel oder Schwarzbeerdatschi werden von den Gästen regelrecht eingefordert: „Wenn ich den Marillenschmarren auf der Karte habe, kann ich alles andere einrexen. Den verkaufe ich an manchen Tagen 80 Mal.“ Der Behaarlichkeit der Gäste ist es auch zu verdanken, dass Fleischhaker 1996 ein Villenhotel in Salzburg Stadt eröffnet hat. Geführt wird die Rosenvilla von Tochter Stefanie, die sich anfänglich erfolgreich gegen die Branche wehrte, mittlerweile aber selbstbewusste Direktorin ist. Das charmante Hotel ist 20 Gehminuten von der Altstadt entfernt, mit modern designten Zimmern sowie jeglichem Komfort ausgestattet und punktet mit einem Genießerfrühstück, das selbst die Salzburger als A-la- Carte-Angebot für sich entdeckt haben: Antipasti wie eingelegte Melanzani, Zucchini, Oliven und gefüllte Paprika, Schinken, Salami und Käse vom Bauern, etliche Schüsselchen mit selbst gemachten Aufstrichen, flüssiger Honig und Waben von Haus- und Hofimker Rupert Lindner, eigens gerührte Marmeladen vom Pfefferschiff sowie frisch gebackener Kuchen und Strudel machen es schwer sich zwischen der üppigen Auswahl zu entscheiden. Gäste der Rosenvilla setzen sich aus Salzburg-Touristen und bekennenden Gourmets zusammen, denen man kulinarische Packages schnürt und sie auf Wunsch im weißen Rolls Royce von der pulsierenden Festspielstadt in das beschauliche Hallwang chauffiert. Auch Kochkurse hält der umtriebige Pfefferschiff-Patron in regelmäßigen Abständen ab, bei denen er bereitwillig so manchen Trick Preis gibt und am Ende des Tages sogar Rezepte aushändigt. Für einige Spitzenköche undenkbar, für Fleischhaker ein Selbstverständnis. Der erste Eindruck lässt bei dem Hünen eher auf einen verschlossen Menschen schließen. Doch das ändert sich schnell: Angesprochen auf die beschauliche Idylle, in der er lebt, wird Klaus Fleischhaker zum enthusiastischen Erzähler. Er ist Fischer, Jäger, Gärtner, Beobachter und Ästhet – der in und mit der Natur lebt und ihr den gebührenden Respekt zollt.

Anbieter: Dodax
Stand: 12.08.2020
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Tal der Tränen
19,26 € *
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Der Roman startet mit einem Flashback ins 17. Jahrhundert: Aidan MacDonald schwört, jedes Mitglied des Campbell-Clans auf die gleiche grausame Art und Weise zu ermorden, wie sie seinen Sohn Iain getötet haben.Im Roman begleiten wir Samantha und Eamon durch die Wirren von Vorurteilen, wie sie diesenbegegnen und Schritt für Schritt ihre Macht verlieren.Als Samantha Campbell ihren Vater das erste Mal sieht, ist er dem Tod geweiht. Nach einigen wunderschönen gemeinsamen Tagen stirbt er und hinterlässt ihr seine Wohnung in Inverness.Bei einem erneuten Aufenthalt in Inverness verletzt sich Samantha während eines Spazierganges schwer am Kopf. Eamon MacDonald findet sie. Während er auf die Ambulanz wartet, hat er genügend Zeit die junge Frau zu betrachten. Sie übt eine eigenartige Faszination auf ihn aus. Er gibt ihr den Namen Tara, da er keine Ausweispapiere findet. Die Verletzung verheilt gut und sie könnte wieder nach Hause. Was bleibt ist eine starke Amnesie. Sie weiss nicht wo ihr zuhause ist und wie sieüberhaupt heisst. Tara kommt vorübergehend bei Eamon und seiner Familie unter. Da er auch Ferien hat, verbringen diebeiden die Tage gemeinsam und verlieben sich ineinander ohne es dem anderen jedoch zu sagen. IhrGedächtnis kehrt stückweise zurück. Als sie Eamon freudestrahlend ihren Namen, Samantha Campbell, nennt, verlässt er wutentbrannt den Raum. Die nächsten Tage gleichen einem Albtraum. Nichts ist mehr wie es war.Leseprobe:PrologWir schreiben das Jahr 1691. Aidan stand am Grabe seines ältesten Sohnes. Ein eiskalter Wind wehte um sein Gesicht, obwohl es erst Oktober war. Vor einer Woche hatten sie Iain zu Grabe getragen. Auf einem Botenritt zu Captain Robert Campbell of Glenlyon war er von den Gebrüdern des Clanchiefs der Campbell in einen Hinterhalt gelockt und niedergemetzelt worden. Den Leichnam banden sie auf das Pferd und ritten bis zur Landesgrenze der MacDonalds im Glen Coe. Dort gaben sie dem Ross den Befehl „nach Hause“ zu reiten. Aidan erblickte das Pferd als Erster und ritt dem scheinbar herrenlosen Tier entgegen. Der Schrecken war gross, als er erkannte, dass eine Leiche auf das Pferd gebunden war. Und als er sah, dass es sein ältester Sohn war, glaubte er, nie mehr atmen zu können.Er nahm das Pferd am Zügel und führte es weinend ins Dorf. Nur zwei Monate vorher hatte er seine über alles geliebte Frau Mairi verloren. Sie war einer unbekannten Krankheit erlegen. Aidan hatte das Gefühl, dass ihm der Boden unter seinen Füssen weggezogen wurde und stiess einen markerschütternden Schrei aus, woraufhin ihm die Dorfbewohner entgegenrannten. Behutsam nahmen sie den Leichnam vom Pferd und legten ihn auf sein Bett. Dabei fiel ein Papierfetzen zu Boden. Aidan hob ihn auf und las: So geht es allen Verrätern, die den Treueeid für König Wilhelm nicht unterschreiben wollen. Du bist gewarnt!In diesem Moment hatte er vor allen, die versammelt waren, schwören wollen, sich auf grausamste Art und Weise zu rächen. Mitten in seinem Schwur war es ihm gewesen, als hörte er die Stimmen seiner Frau und von Iain: „Schwöre nie etwas in Wut. Du könntest es bereuen.“Er hatte innegehalten und auf seine Liebsten gehört. Aber heute, eine Woche nachdem er seinen Sohn beerdigt hatte, würde ihn nichts und niemand davon abhalten, diesen Schwur zu leisten. Dieser Mord verlangte nach Gerechtigkeit. Die Campbells waren genauso mit den MacDonalds verwandt, wie die MacDonalds mit den Campbells es waren. Diese vermaledeite Heirat zwischen einem Hurensohn eines Campbells und einer MacDonalds verkomplizierte alles.Die Hand hoch erhoben sprach er feierlich: „Hiermit schwöre ich bei allem, was mir lieb und teuer ist. Von diesem Tag an werde ich, Aidan MacDonald, jedes Mitglied des Campbell-Clans auf die gleiche grausame Art und Weise ermorden, wie sie es mit meinem Iain getan haben.“ 1. Kapitel Sie lag in ihrem Bett, den gestern erhaltenen Brief aus Inverness in den Händen, der ihr immer noch unreal erschien. Dazu, dass sie Mühe mit der unbekannten, eher krakeligen Schrift hatte, konnte sie den Inhalt kaum fassen. Das konnte gar nicht sein. Wieso hatte ihre Mutter nie erzählt, dass ihr Vater sich nach ihr, seiner Tochter, erkundigt hatte? Immer wieder hatte er ihrer Mutter Briefe geschrieben. Keinen dieser Briefe hatte sie ihrer Tochter jemals vorgelesen. Dieses Mal war der Brief an Samantha adressiert und ein zweiter an ihre Mutter beigelegt. Diesen hatte sie ungeöffnet auf den Nachttisch gelegt. Stets hatte ihre Mutter die Frage nach ihrem leiblichen Vater damit abgetan, dass sie nicht wisse, wo er sich aufhalte. Dass er sich aus dem Staub gemacht habe, als sie ihm von der Schwangerschaft erzählt hatte. Neunundzwanzig Jahre hatte Samantha diese Antwort geglaubt. Ihr Bild ihres Erzeugers war entsprechend negativ. Vor ihren Augen tauchten mächtige Anwesen, die sie aus Filmen oder ihren Besuchen in Schottland kannte, auf. Dieses Land und seine Geschichte hatten sie schon immer fasziniert. Eigentlich erstaunlich, trotz des kühleren Klimas. Samantha war eine Sonnenanbeterin. Nicht dass sie tagelang in einem Liegestuhl an der Sonne lag. Nein, sie liebte es, stundenlang am Meer oder See entlang zu spazieren, die wärmenden Sonnenstrahlen auf ihrer Haut zu spüren und dem Rauschen der Wellen zuzuhören. Mit ihrem dunklen Teint, den dunkelbraunen Augen und beinahe schwarzen Haaren ging sie eher als Südländerin als eine Britin durch. Ihre Urgrosseltern waren gebürtige Schotten. Sie hatten ihr ganzes Leben in den Highlands verbracht. Sie hatten sehr jung Kinder und waren dementsprechend noch rüstig, als sie Grosseltern wurden. Die jüngste Tochter ist dann mit ihrem Mann in die Schweiz ausgewandert. Als Kind verbrachte Samantha praktisch alle ihre Ferien mit ihren Urgrosseltern und bereiste mit ihnen zusammen wunderschöne Orte, fernab vom Tourismus. Schon als Kind hatte sie immer Reiseberichte geschrieben. Ihre Urgrosseltern wollten das so. Die Ersten hatte sie mit Widerwillen geschrieben. Aber je älter sie wurde, desto mehr Spass hatte sie daran und jetzt war sie ihnen dankbar. Während ihrer Ausbildung und auch danach nutzte sie ihre Ferien, Grossbritannien zu erkunden. Das, und ihre einwandfreien Englischkenntnisse waren sicher ein entscheidender Grund gewesen, dass sie den begehrten Job beim Magazin „Scotland News Switzerland“ erhalten hatte. Über hundert Bewerbungen waren für diese Stelle eingegangen. Umso grösser war ihre Freude gewesen, als sie die Zusage bekommen hatte. Sie liebte ihren Job, da dieser es oft zuliess, dass sie in ihr Lieblingsland Schottland für Recherchen fliegen konnte. Es war eine Arbeit, die wie für sie geschaffen war. Vor gut zwei Jahren hatte sie dann Raoul an einem Anlass, zu dem sie eingeladen gewesen war, kennengelernt. Er war als Musiker engagiert gewesen. In einer Pause waren sie ins Gespräch gekommen. Samantha mochte die Art von Musik sehr, die er spielte. Dass er Talent hatte, war unüberhörbar. Auch seine Bühnenpräsenz war hervorragend. Mit seinen witzigen Übergängen von einem Song zum anderen hatte er das Publikum im Nu in seinen Bann gezogen. Sie hatten die Handynummern ausgetauscht und schrieben einander in unregelmässigen Abständen. Nach zwei Monaten wollte Raoul sie wieder treffen. Daraufhin verbrachten sie viel Zeit miteinander. Er verhielt sich aufmerksam ihr gegenüber und überraschte sie immer wieder mit kleinen Aufmerksamkeiten. Samantha verliebte sich in Raoul und als er ihr seine Liebe gestand, schwebte sie auf Wolke sieben.In den zwei Jahren, in denen sie mit Raoul zusammen gewesen war, waren Ferientrips nach Grossbritannien aber eindeutig zu kurz gekommen. Natürlich musste sie für Reportagen immer wieder nach Schottland, aber wenn es ging, liess sie gerne ihrem Kollegen den Vortritt. Jede freie Minute hatte sie in Raouls Karriere investiert. Er war ein Künstler, welcher das Organisatorische überhaupt nicht im Griff hatte. Ihm war einzig wichtig, dass er auftreten konnte. Wie er zu diesen Shows und Gigs kommen sollte, war ihm egal. Das war Samanthas Arbeit. Sie wusste, dass er alles von ihr abverlangte. Die Auftritte sollten möglichst in renommierten ausländischen Clubs und Bars sein. Wollte sie weiterhin in seiner Nähe sein, musste sie alles tun, was er von ihr forderte. Sie glaubte, er liebe sie genauso wie sie ihn. Die innere Stimme, welche ihr schon vor beinahe einem Jahr gesagt hatte, dass sie ausgenutzt wurde, hatte sie bis vor vier Monaten ignoriert. Sie hatte es geschafft, Raoul bei einem führenden Musiklabel unter Vertrag zu bringen. Sein erster veröffentlichter Song unter diesem Label wurde ein Nummer-eins-Hit in allen europäischen, ja sogar in den amerikanischen Charts. Über Nacht war er zu einem gefeierten Superstar aufgestiegen. Es eröffnete sich ihm eine völlig neue Welt. Eine Welt, in der Samantha nichts mehr zu suchen hatte. Das hatte er ihr klar und deutlich gesagt und sie auch spüren lassen. Ihre verzweifelten Anrufe und SMS liess er unbeantwortet. Nach zwei Monaten musste sie sich eingestehen, dass ihre bedingungslose Liebe schamlos ausgenutzt worden war. Energisch schob sie diese Gedanken beiseite, was zur Folge hatte, dass sie wieder an die Nachricht ihres Erzeugers dachte. In seinem Namen hatte sein Freund diesen Brief geschrieben.Inverness, Ende August 2018Meine liebste Samantha,ich weiss, diese Anrede klingt komisch, da du über Jahrzehnte nichts von mir gehört hast. Und vielleicht fragst du dich auch, wie um alles in der Welt ich deine Anschrift gefunden habe. Ich muss gestehen, dass mir ein Freund dabei geholfen hat. Er kennt sich in solchen Dingen aus. Als Jurist hat er Zugriff auf Dinge, die ein normaler Bürger nicht hat.Als ich mich erst einmal aus dem Staub gemacht habe, nachdem mir deine Mutter von der Schwangerschaft erzählt hatte, wollte sie nach einem Jahr auch nichts mehr von mir wissen, als ich mich nach ihr und dem Kind erkundigt habe. Mehr, als dass sie einem Mädchen das Leben geschenkt und es auf den Namen Samantha getauft habe, habe ich nicht erfahren. Meine darauffolgenden Briefe hat sie nie beantwortet. Ob sie sie gelesen hat, weiss ich nicht. Das ist jetzt aber nicht mehr von Bedeutung. Ich habe ihr vergeben und hoffe, dass sie mir ebenfalls vergeben kann. Auch wenn es für dich schwer nachvollziehbar ist, war es mir von dem Moment an, als deine Mutter mir von dir erzählt hat, nicht gleichgültig, wie es dir geht. Warum sonst habe immer wieder Briefe geschrieben und auf eine Antwort gehofft? Mein Leben im herrschaftlichen Haus schien mir plötzlich nicht mehr richtig. Ich verliess es und wohnte ab sofort in einer kleinen Wohnung in Inverness. Es ist mir bewusst, dass ich dich und deine Mutter im Stich gelassen habe und dies unverzeihlich ist. Bekanntlich kann man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, selbst wenn man sich das manchmal wünscht. Dennoch hoffe ich, dass du mir irgendwann vergeben kannst. Was deine Mutter dir über mich erzählt hat, weiss ich nicht und tut auch nichts zur Sache. Während du diese Zeilen liest, liege ich im Spital, dem Tod näher als dem Leben. Wie viele Tage ich noch zu leben habe, können mir die Ärzte nicht sagen. Da ich zu schwach bin, diese Zeilen zu schreiben, habe ich meinem Freund und Hausarzt, Roy MacGregor, sie diktiert. Wir brauchten vier Tage dazu, da meine Kraft kaum mehr für ein Flüstern reicht.Einen letzten Wunsch habe ich, bevor ich sterbe. Er ist nicht schwer zu erahnen: Einmal möchte ich meine Tochter sehen. Meinst du, dass du über deinen Schatten springen, deine Vorurteile mir gegenüber weglegen und mir den Wunsch erfüllen kannst?Da meine irdische Zeit nur noch knapp bemessen ist, musst du schnell eine Entscheidung fällen. Ich bitte dich, wie auch immer sie ausfällt, sie meinem Freund telefonisch mitzuteilen. Seine Mobilnummer lautet: 0044 7871 68 34 50. Er wird entsprechend deiner Antwort alles Weitere in die Wege leiten.In der Hoffnung, dich einmal zu sehen, sage ich dir für heute bye. Dein dich aufrichtig liebenderDadIhre Gefühle fuhren Achterbahn, während sie den Brief sorgfältig zusammenfaltete. Sie glaubte zu spüren, dass ihrem Vater seine Handlungsweise aufrichtig leidtat. Ihre Mutter war nicht ehrlich zu ihr gewesen. Was Samantha schon länger vermutet hatte, wurde mit diesem Brief bestätigt. Je älter sie geworden war, desto komischer und unlogischer waren ihr die Aussagen ihrer Mutter erschienen, sobald sie sie nach dem Verbleib ihres Vaters gefragt hatte. In Samantha stieg eine Wut gegen ihre Mutter auf. Sie dachte an all die Nächte, in denen sie stundenlang geweint und sich gefragt hatte, was sie Schlimmes getan hatte, dass ihr Vater nie nach ihr fragte und sie nie besuchte. Dennoch war sie hin und her gerissen, ob sie dem anscheinend letzten Wunsch ihres Vaters nachkommen sollte oder nicht. Woher konnte sie wissen, ob das nicht nur ein Vorspielen falscher Tatsachen war, um an sie heranzukommen? Was es auch immer war, sie musste sich schnell entscheiden. Ihre grossen Augen füllten sich mit Tränen. Es war eindeutig zu viel, was in den letzten Monaten auf sie eingestürmt war. Die Nachricht ihres Vaters brachte das Fass zum Überlaufen. Samantha beschloss, bis morgen mit der Antwort zu warten, damit sie etwas Zeit hatte, ihre Gedanken zu ordnen.Der nächste Morgen kam nur allzu bald. Samantha hatte unruhig geschlafen und fühlte sich entsprechend müde. Zum Glück war sie heute alleine auf der Redaktion. Ihr Chef und die beiden anderen Mitarbeiter waren an einer Präsentation. Immer wieder wanderten ihre Gedanken zum Brief ihres Vaters. Fragen über Fragen drehten sich im Kreis. Um dieses Chaos etwas zu ordnen, beschloss sie in ihrer Mittagspause, eine Liste mit Fragen an ihren Vater zu erstellen. Am Nachmittag konnte sie dann mit Mühe noch einen Artikel fertig schreiben, der unbedingt heute noch auf dem Pult ihres Chefs sein sollte. Er hatte ihr gesagt, er würde am frühen Abend nochmals ins Büro fahren und den Bericht durchschauen. Unfähig sich für einen neuen Bericht aufzuraffen, fuhr sie nach sechzehn Uhr nach Hause. Erneut las sie den Brief zweimal. Immer noch war sie hin und her gerissen, wann und ob sie überhaupt anrufen sollte. Wie von Geisterhand geführt, holte sie jedoch einige Minuten später ihr Handy aus der Nachttischschublade und tippte Roy MacGregors Nummer ein.„Hallo, wie kann ich Ihnen helfen?“, ertönte eine warme tiefe Stimme.„Hallo, Samantha Campbell am Apparat. Spreche ich mit Roy MacGregor?“„Ja, der bin ich.“ Leise hörte sie die Stimme sagen: „Deine Tochter.“ Dann hörte sie ein Räuspern.„Schön, dass du anrufst. Ich sitze neben dem Spitalbett deines Vaters. Damit er alles mithören kann, habe ich den Lautsprecher eingeschaltet. Willst du ihm deine Entscheidung gleich selber mitteilen? Ähm, er selber kann nicht mehr sprechen, da er zu schwach ist.“Samantha fühlte sich total überrumpelt. Sie hatte nicht damit gerechnet, bei diesem Telefonat direkt mit ihrem Vater sprechen zu müssen.„Ähm, ähm, hallo Dad?“ In ihren Ohren hörte sich das Wort „Dad“ fremd an und trotzdem spürte sie, dass es richtig war, ihn so zu nennen. Den Vater beim Vornamen anzusprechen, wäre ihr absolut unmöglich gewesen. „Es ist schwer, meine Gefühle, die in mir schwirren, zu ordnen. Wie lange habe ich Zeit, um zu dir zu kommen? Ich muss zuerst meinen Arbeitgeber um kurzfristigen Urlaub bitten und einen Flug buchen. In welcher Stadt bist du hospitalisiert? Gibt es in der Nähe des Krankenhauses ein Hotel?“***Roy blickte in das leuchtende Augenpaar seines Freundes. Seit Langem war es kein fiebriges, sondern ein freudiges Glänzen, das er sah. Die Wangen waren vor Erregung und Glück leicht gerötet. Es wurde ihm ganz warm ums Herz. Was die Schulmedizin nicht fertiggebracht hatte, ermöglichte diese eine simple Antwort. Sie würde Robert die nötige Kraft geben, solange durchzuhalten, bis er seine Tochter gesehen haben würde.Stumm dankte er Gott für seine Hilfe. „Was willst du sagen, mein Freund?“, fragte er Robert. „Du sollst während der Zeit, in der du hier bist, im Appartement deines Vaters wohnen. Es ist der Wille deines Dads, Samantha. Ich darf dich doch so nennen, oder? Soll ich dich am Flughafen in Inverness abholen? Wir könnten direkt ins Spital fahren.“„Ja klar. Ich weiss nicht, ob ich dieses Angebot annehmen kann, Herr MacGregor.“„Nenn mich bitte Roy. Ich komme mir sonst so alt vor“, sagte er daraufhin lachend. „Und natürlich kannst du dieses Angebot annehmen. Dein Dad ist ja ein Teil deiner Familie.“Samantha schluckte die aufsteigenden Tränen hinunter und antwortete mit leiser Stimme: „Okay. – Ähm, danke Dad, ich nehme dein Angebot gerne an. Sobald ich weiss, wann ich kommen kann, melde ich mich wieder. Danke für alles und bis bald. Mach’s gut und pass auf dich auf.“„Dein Dad schickt dir einen Kuss. Auch von meiner Seite ein herzliches Dankeschön, dass du es Robert ermöglichst, dich zu sehen. Ich wünsche dir einen schönen Abend.“Es klickte in der Leitung. Samantha hatte aufgehängt. Roy stand auf, um sein Handy in der Jackentasche zu verstauen. Er hätte es auch in die Hosentasche stopfen können, aber er brauchte diesen Moment, um seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Er war einerseits erleichtert, dass Roberts Tochter so unkompliziert dem Wunsch ihres Vaters entsprach, andererseits hiess das auch, sich die bittere Wahrheit, dass Robert nur noch kurze Zeit leben würde, definitiv einzugestehen. Als Arzt wusste er, dass es bereits jetzt an ein Wunder grenzte, dass sein Freund noch immer lebte. Bauchspeicheldrüsenkrebs war eine heimtückische und unheilbare Krankheit, die rasant zum Tod führte.Er schnäuzte sich und setzte sich wieder auf den Stuhl neben Roberts Bett. Dieser zeigte auf den mit einem Energiedrink gefüllten Becher. Roy musste schmunzeln. Bis anhin hatte sein Freund meistens abgewehrt, wenn er ihm dieses Getränk angeboten hatte. Ein lächelnder Robert prostete ihm zu. Roy war sicher, bis Samantha herkommen konnte, würde ihr Dad auf sie warten, egal wie lange es dauern würde. „Deine Tochter scheint das Herz am rechten Fleck zu haben“, sagte er zu seinem Freund, als dieser ihm den beinahe leeren Becher zurückgab. „Ihre Stimme klingt angenehm. Ich freue mich, sie kennenzulernen.“Robert nickte und deutete Roy an, dass er sein Ohr nahe zu seinem Mund halten sollte.Langsam und fast lautlos sagte Robert: „Ab heute wird trainiert. Ich möchte meine Tochter sitzend oder gar stehend begrüssen können. Hilfst du mir, mein Freund?“„Klar Rob. Du wirst das schaffen. Den ersten Schritt dazu hast du bereits gemacht. Mindestens drei dieser Drinks pro Tag werden dir zur nötigen Kraft verhelfen. Dein starker Wille unterstützt dich dabei.“

Anbieter: Dodax
Stand: 12.08.2020
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Das Pfefferschiff Kochbuch
53,90 CHF *
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Im Restaurant Pfefferschiff in Hallwang wird an Samstagen viermal gekocht. Zweimal für die Gäste und zweimal für die Crew. Patron Klaus Fleischhaker ist der erste, der in der Küche steht. Er hat es nicht weit. Seine Wohnung ist nur ein paar Stufen vom Arbeitsplatz entfernt. Um 8 Uhr früh hackt er Schnittlauch, schneidet Käse, füllt selbst gemachte Marmeladen in kleine Schüsseln und wirft die Kaffeemaschine an. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt nicht die Vorbereitung der Gerichte, sondern das Frühstück für das Team: Eierspeis mit Kräutern, Käse und Schinken vom Bauern sowie Brot vom Bäcker aus Obertrum kommen auf den Tisch – gemeinsame Mahlzeiten sind Fleischhaker wichtig. Szenenwechsel. Vier Stunden später ist das Restaurant bis auf den letzten Platz besetzt. Die Crew steht in der Küche. Der Betrieb läuft auf Hochtouren und Gerichte wie Alpenlachs mit Balsamicomarinade und Selleriecannelloni, Renke mit karamellisiertem Römersalat und Lungauer Eierschwammerln und, Zweierlei vom Reh mit heissem Apfelchutney und Kipferlschmarren verlassen den Pass im Minutentakt. Fleischhaker schwört auf regionale Zutaten von Produzenten, die er persönlich kennt. Schon vor über 20 Jahren, als Küchenchef im Schloss Fuschl, hat Fleischhaker Hummer und Steinbutt von der Karte verbannt und durch Reinanke, Forelle und Saibling ersetzt. „Ich brauche keinen Fisch von anderen Ländern, wenn ich ihn frisch gefangen aus dem See haben kann und ich genier’ mich auch nicht eine Blutwurst auf die Karte zu setzen.“ Seiner Liebe zum heimischen Produkt ist der Spitzenkoch treu geblieben. Er verarbeitet nur beste, saisonale Ware von Weide, Acker, Wald, See und Garten. „Wichtig ist für mich, dass Marillenchutney wie Marillenchutney ausschaut und auch so schmeckt. Ich verzichte auf Schnickschnack und exotische Zutaten.“ Jedes Rezept in Fleischhakers Kochbuch wurde in seinem Restaurant schon einmal serviert – Geheimnisse gibt es nicht. „Kochen muss man sie aber selbst.“ Als Sohn einer Wirtshausfamilie wurde Klaus Fleischhaker der Kochlöffel schon früh in die Hand gedrückt. Ein anderer Beruf als Koch kam für den gebürtigen Waldviertler aus Thaya nie in Frage. Erste Erfahrungen mit der Spitzengastronomie machte er bei der österreichischen Koch-Legende Werner Matt. Danach zog es Fleischhaker ins Grand Hotel in Stockholm und 3 Jahre ins Hotel Steigenberger in Davos in der Schweiz, bevor er sich wieder der heimischen Gastronomie zuwandte. Nach seinem ersten Küchenchef-Posten im Ruster Seehotel bekam er das Angebot, nach Salzburg, genauer ins Schloss Hotel Fuschl zu ziehen. Zur Verfügung standen ihm ein Team aus 25 Köchen und eine internationale Produktvielfalt der Luxusklasse. Fleischhaker entschied sich aber für Regionalität, und das zu einem Zeitpunkt, an dem sie in der Spitzengastronomie noch nicht inflationär war. Ausschlaggebend war ein Seminar beim deutschen Drei-Sterne-Koch Dieter Müller, das Fleischhakers Einkaufsliste von einem Tag auf den anderen änderte. „Müller hatte ein Prachtexemplar einer Seezunge in der Hand: ein Kilogramm schwer, schön, fleischig, 1 A. Ich hätte sie sofort verarbeitet. Dieter Müller aber riecht daran, macht den Mistkübel auf, wirft den Fisch rein und lässt den Deckel zuschnalzen. Für mich war das ein Schlüsselerlebnis. Ich bin ins Restaurant zurückgefahren und habe sofort die Karte umgeschrieben. Kellner, die schon 25 Jahre im Haus gearbeitet haben, konnten nicht glauben, dass ich Hummer und Steinbutt durch Forelle und Saibling ersetze. Wir haben einfach alles auf die Karte geschrieben, was der Fuschlsee hergibt. Die Frische war traumhaft. 30 bis 40 Kilogramm Fisch wurde täglich auf der Terrasse flambiert und über Fenchelholz geräuchert – die Gäste waren begeistert.“ Vier Jahre später machte sich der Spitzenkoch mit seiner Frau und Sommelière Petra selbstständig und übernahm den Salurnerhof in Elsbethen, der innerhalb kürzester Zeit zu den Top-Adressen Salzburgs zählte. 1991 verlagerte Fleischhaker seine Wirkungsstätte aus Platzgründen in den Ort Hallwang in Söllheim, in den sich ein 400 Jahre altes Pfarrhaus neben einer rosaroten Kapelle wie

Anbieter: Orell Fuessli CH
Stand: 12.08.2020
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Das Pfefferschiff Kochbuch
39,50 € *
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Im Restaurant Pfefferschiff in Hallwang wird an Samstagen viermal gekocht. Zweimal für die Gäste und zweimal für die Crew. Patron Klaus Fleischhaker ist der erste, der in der Küche steht. Er hat es nicht weit. Seine Wohnung ist nur ein paar Stufen vom Arbeitsplatz entfernt. Um 8 Uhr früh hackt er Schnittlauch, schneidet Käse, füllt selbst gemachte Marmeladen in kleine Schüsseln und wirft die Kaffeemaschine an. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt nicht die Vorbereitung der Gerichte, sondern das Frühstück für das Team: Eierspeis mit Kräutern, Käse und Schinken vom Bauern sowie Brot vom Bäcker aus Obertrum kommen auf den Tisch – gemeinsame Mahlzeiten sind Fleischhaker wichtig. Szenenwechsel. Vier Stunden später ist das Restaurant bis auf den letzten Platz besetzt. Die Crew steht in der Küche. Der Betrieb läuft auf Hochtouren und Gerichte wie Alpenlachs mit Balsamicomarinade und Selleriecannelloni, Renke mit karamellisiertem Römersalat und Lungauer Eierschwammerln und, Zweierlei vom Reh mit heißem Apfelchutney und Kipferlschmarren verlassen den Pass im Minutentakt. Fleischhaker schwört auf regionale Zutaten von Produzenten, die er persönlich kennt. Schon vor über 20 Jahren, als Küchenchef im Schloss Fuschl, hat Fleischhaker Hummer und Steinbutt von der Karte verbannt und durch Reinanke, Forelle und Saibling ersetzt. „Ich brauche keinen Fisch von anderen Ländern, wenn ich ihn frisch gefangen aus dem See haben kann und ich genier’ mich auch nicht eine Blutwurst auf die Karte zu setzen.“ Seiner Liebe zum heimischen Produkt ist der Spitzenkoch treu geblieben. Er verarbeitet nur beste, saisonale Ware von Weide, Acker, Wald, See und Garten. „Wichtig ist für mich, dass Marillenchutney wie Marillenchutney ausschaut und auch so schmeckt. Ich verzichte auf Schnickschnack und exotische Zutaten.“ Jedes Rezept in Fleischhakers Kochbuch wurde in seinem Restaurant schon einmal serviert – Geheimnisse gibt es nicht. „Kochen muss man sie aber selbst.“ Als Sohn einer Wirtshausfamilie wurde Klaus Fleischhaker der Kochlöffel schon früh in die Hand gedrückt. Ein anderer Beruf als Koch kam für den gebürtigen Waldviertler aus Thaya nie in Frage. Erste Erfahrungen mit der Spitzengastronomie machte er bei der österreichischen Koch-Legende Werner Matt. Danach zog es Fleischhaker ins Grand Hotel in Stockholm und 3 Jahre ins Hotel Steigenberger in Davos in der Schweiz, bevor er sich wieder der heimischen Gastronomie zuwandte. Nach seinem ersten Küchenchef-Posten im Ruster Seehotel bekam er das Angebot, nach Salzburg, genauer ins Schloss Hotel Fuschl zu ziehen. Zur Verfügung standen ihm ein Team aus 25 Köchen und eine internationale Produktvielfalt der Luxusklasse. Fleischhaker entschied sich aber für Regionalität, und das zu einem Zeitpunkt, an dem sie in der Spitzengastronomie noch nicht inflationär war. Ausschlaggebend war ein Seminar beim deutschen Drei-Sterne-Koch Dieter Müller, das Fleischhakers Einkaufsliste von einem Tag auf den anderen änderte. „Müller hatte ein Prachtexemplar einer Seezunge in der Hand: ein Kilogramm schwer, schön, fleischig, 1 A. Ich hätte sie sofort verarbeitet. Dieter Müller aber riecht daran, macht den Mistkübel auf, wirft den Fisch rein und lässt den Deckel zuschnalzen. Für mich war das ein Schlüsselerlebnis. Ich bin ins Restaurant zurückgefahren und habe sofort die Karte umgeschrieben. Kellner, die schon 25 Jahre im Haus gearbeitet haben, konnten nicht glauben, dass ich Hummer und Steinbutt durch Forelle und Saibling ersetze. Wir haben einfach alles auf die Karte geschrieben, was der Fuschlsee hergibt. Die Frische war traumhaft. 30 bis 40 Kilogramm Fisch wurde täglich auf der Terrasse flambiert und über Fenchelholz geräuchert – die Gäste waren begeistert.“ Vier Jahre später machte sich der Spitzenkoch mit seiner Frau und Sommelière Petra selbstständig und übernahm den Salurnerhof in Elsbethen, der innerhalb kürzester Zeit zu den Top-Adressen Salzburgs zählte. 1991 verlagerte Fleischhaker seine Wirkungsstätte aus Platzgründen in den Ort Hallwang in Söllheim, in den sich ein 400 Jahre altes Pfarrhaus neben einer rosaroten Kapelle wie

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